
Thilo Sarazzin ist alles andere als angepaßt. Intelligent ist er sicher. Aber sind seine Thesen haltbar? Scharf und oftmals politisch unkorrekt formuliert sind sie allemal.
Jetzt hat er ein Buch geschrieben. In dem beschreibt er, wie Deutschland in 100 Jahren aussehen könnte. Visionär und satirisch, wie er selbst meint. Ich habe eine kurze Inhaltszusammenfassung gelesen. Zuerst musste ich grinsen, dann aber eher nicht mehr. Lesen Sie selbst einmal zusammengefasst, wie er die Welt in 100 Jahren und die Entwicklung dorthin sieht. Und urteilen Sie selbst:
Im Deutschland des Jahres 2017 war die Politik eigentlich ganz zufrieden mit sich selbst. Die Wirtschaft wuchs zwar nur langsam, aber sie wuchs immerhin. Seit Herbst 2017 führte Angela Merkel eine schwarz-grüne Bundesregierung.
Die Koalitionsvereinbarung kündigte eine Gesetzesinitiative an, mit der die Unterstützung von Xenophobie und Islamophobie unter Strafe gestellt werden sollte. Jürgen Trittin hatte im Wahlkampf für Wirbel gesorgt mit seiner Aussage: „50 Prozent Araber sind mir lieber als fünf Prozent Rechtsradikale.”
Gegen heftigen Widerstand der Union waren die Deutschkurse als Voraussetzung für die Einreise von Familienangehörigen abgeschafft worden. In den Koalitionsverhandlungen hatten die Grünen ein wissenschaftliches Gutachten von Professor Gideon Botsch vom Moses Mendelssohn Zentrum an der Universität Potsdam vorgelegt [Anm. d. Red.: In einer Studie vom Januar 2010 hatte Gideon Botsch Äußerungen von Thilo Sarrazin als „eindeutig rassistisch" eingestuft].Darin wurde belegt, dass es Ausdruck einer latent faschistoiden Gesinnung mit rassistischen Anklängen sei, wenn Deutsche einen Vorrang der deutschen Sprache forderten.
Die neue Ministerin für Familie und Migration - eine junge Frau vom linken Flügel der nordrhein-westfälischen CDU - machte deutlich: Unter den Aspekten der weltweiten Überbevölkerung, des Umweltschutzes wie auch der fragwürdigen deutschen Vergangenheit leiste Deutschland mit seinen niedrigen Geburtenraten eigentlich einen positiven Beitrag zur Zukunft der Menschheit. Fallende Bevölkerungszahlen schafften nämlich Platz.
In der öffentlichen Debatte legte schließlich Patrick Bahners, Feuilletonchef der FAZ, das entscheidende Gewicht in die Waagschale. In einem hochintelligenten Artikel, den keiner verstand, wies er zwingend nach: Erst die kulturelle Selbstaufgabe des deutschen Bürgertums sei der Beleg dafür, dass es seine Liberalität wirklich ernst nehme. Er wiederholte zudem seine bereits 2010 gefallene Äußerung, dass „sich die Islamkritik tatsächlich mit dem Antisemitismus der Gebildeten im deutschen Kaiserreich vergleichen” lasse. Das saß, in diese Ecke wollte keiner gestellt werden.
Bereits von 2015 an hatte sich die jährliche Immigration deutlich erhöht; etwa die Hälfte der Immigranten kam im Rahmen des Familiennachzugs, bei der anderen Hälfte handelte es sich überwiegend um Wohlstandsflüchtlinge aus Afrika sowie Nah- und Mittelost.
Das Bruttosozialprodukt hatte um das Jahr 2020 sein Wachstum eingestellt. Auf der anderen Seite wuchsen die Rentenausgaben und die Kosten für die Sozialtransfers weiter, weil die Zahl der Empfänger unaufhörlich stieg. Da die Mehrwertsteuer bereits bei 25 Prozent lag, blieb nur die Erhöhung der Einkommensteuer.
Von 2040 an orientierte sich ein stetig wachsender Teil der wohlhabenden Privatleute ins Ausland und wechselte den Wohnsitz unter Mitnahme des Privatvermögens.
Unbemerkt hatte sich währenddessen ein Wandel in der Wählerschaft vollzogen. Wie Allensbach anlässlich der Bundestagswahl 2045 ermittelte, hatten bereits 30 Prozent der Erstwähler einen muslimischen Hintergrund. Aber bereits seit 2030 hatte es in einer wachsenden Zahl von Großstädten muslimische Bevölkerungsmehrheiten gegeben, und 2050 hatte mehr als die Hälfte der Oberbürgermeister einen türkischen, arabischen oder afrikanischen Migrationshintergrund. Das prägte die Kommunalpolitik.
Im Jahre 2045 hatte es erneut einen Brand in der Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar gegeben. Der Oberbürgermeister, ein nachdenklicher, tiefreligiöser Mann mit arabischem Migrationshintergrund, machte sich die Sache nicht leicht. Am Ende aber trat er vor die Presse und verkündete, das Vorrecht auf dieser Welt gebühre den Lebenden und nicht den Toten. Die knappen Städtebauförderungsmittel seien daher in der Gestaltung des Vorplatzes für die neue Moschee besser angelegt.
In den folgenden Jahrzehnten setzte der Verfall von Kirchen, Schlössern und Museen ein. Die Deutschen, die sie hätten besuchen können, wurden immer älter, und es waren auch immer weniger. Gegen große Widerstände legte die Bundesregierung 2080 ein Sonderprogramm zur Rettung des deutschen Kulturerbes auf. Die Mehrheit war knapp, denn dafür musste eine Rentenerhöhung aufgeschoben werden. Mit bebender Stimme rief eine Vertreterin der „Grauen Panther” in den Plenarsaal: „Was hat der deutsche Rentner im Rollstuhl davon, wenn der Bamberger und Kölner Dom saniert werden, er aber seine Pflegestufe nicht bezahlen kann?”
In einem wegweisenden Grundsatzurteil hatte das Bundesverfassungsgericht 2030 entschieden, es widerspreche dem Gleichheitsgrundsatz des Grundgesetzes, einen Bewerber mit Migrationshintergrund nicht zu berücksichtigen, weil seine Bewerbung sprachliche Mängel aufweise.
Noch viel wichtiger aber war das Urteil zum Verfassungsrang der Muttersprache aus dem Jahre 2037. Im Kern der Ballungsgebiete überwiege die Zahl der Kinder mit türkischer und arabischer Muttersprache. Deren Menschenwürde werde beeinträchtigt, wenn sie auf Deutsch radebrechen müssten, anstatt sich frei in der eigenen Muttersprache auszudrücken.
Die Auswertung der Einschulungsstatistik ergab, dass 2045 noch 48 Prozent, 2075 lediglich 30 Prozent und 2105 gar nur noch 20 Prozent der Einschüler für den muttersprachlichen Unterricht das Fach Deutsch wählten. Im Bayerischen Wald und in der Uckermark lag der Anteil 2105 zwar immer noch bei 50 Prozent, in Hamburg, Frankfurt und Berlin aber nur bei rund zehn Prozent.
Im Jahre 2100 konnte der kritische Historiker zufrieden registrieren, dass Deutschland seine demografischen Probleme vorbildlich und multikulturell korrekt gelöst hatte. Zwar war die Bundesrepublik im Lebensstandard weit hinter China zurückgefallen, auch Indien hatte Deutschland im Pro-Kopf-Einkommen überholt, aber man zeigte der Welt, dass sich die Probleme friedlich lösen ließen.
Einige muslimische Feuerköpfe forderten jetzt eine neue Nationalflagge mit schwarzem Hintergrund, rotem Halbmond und goldenen Sternen. Das war vielleicht ein bisschen übertrieben. Aber andererseits hatten sie das Recht dazu, sie waren ja die demokratische Mehrheit. Und Deutschland blieb immerhin schwarz-rot-gold…*
Man kann das Zusammenwachsen von Kulturen auf die eine oder die andere Art sehen. Und wenn China und Indien mehr Wohlstand erwirtschaften sollten als als Deutschland, dann ist es eben so und hat seine Gründe. Die müssen nicht in den Menschen mit Migrationshintergrund liegen, welche in Deutschland leben. In Indien leben vornehmlich Inder und China Chinesen. Uuuups.
Jeder ist eben fast überall Ausländer. Das muss aber keine negativen Auswirkungen haben.
Gerade am Wochenende haben wir über dieses Thema diskutiert. Eine mir bekannte und von mir geschätzte Person, Lehrerin in einer Schule mit sozialem Brennpunktcharakter in Offenbach/Main, erzählte, dass dort gerade die Menschen mit Migrationshintergrund bessere Leistungen ablieferten als die Deutschen.
Seltsam…..
Eine schöne Woche für Sie
Stefan Picard
* Quelle: Bild.de

Dienstag, der 31. August 2010 um 10:42
Hier noch ein guter FAZ Artikel:
http://www.faz.net/s/Rub510A2EDA82CA4A8482E6C38BC79C4911/Doc~E01883510A4A64E749ED6D4896CD698AF~ATpl~Ecommon~Scontent.html
Mittwoch, der 1. September 2010 um 09:15
Nicht nur köstlich zu lesen, aber auch in jedem Wort nachvollziehbar! Genau so ist es, und das wird jeder bestätigen können, der - so wie ich - in einer “deutschen” Großstadt lebt. Das heißt, “würde” jeder bestätigen können, denn wenn Herr Sarrazin nicht jetzt den “Ruck” auslöst, der nach Bundespräsident Herzog schon in den 1990ern durch die Gesellschaft gehen sollte, wird der allseits geschätzte Zentralrat wieder einmal solange die Nazikeule schwingen, bis wieder jede unliebsame Äußerung spätestens nach der Verurteilung wegen Volksverhetzung mundtot gemacht ist. Man bedenke, Herr Sarrazin ist 65 und hat eine sichere Pension. Die anderen, die solches aussprechen - man mag einmal darüber nachdenken, warum dort fast nur Rentner und sonstige zu finden sind, die nicht um ihre berufliche Existenz bangen müssen?
JA, GANZ GENAU SO IST UNSER HEUTIGES “DEUTSCHLAND”!!!
Mittwoch, der 1. September 2010 um 12:26
Es ist ja leider wirklich so, dass jeder, der dazu steht, ein Deutscher zu sein und keine Lust hat, in einem Multi-Kulti-Brei unterzugehen, sofort als Nazi apostrophiert wird. Deutschland hat eine große Vergangenheit und eine überragende Kultur. Dieses Erbe lächerlich zu machen und möglichst zu zerstören: darin sehe ich seit langem Methode. Ganz vorne stehen da der Zentralrat der Juden, diverse islamische Verbände und nicht zuletzt die 86er, Grünen und Linken. Dass jüdische und ausländische Organisationen die Deutschen verächtlich machen, kann ich aufgrund deren Nationalcharakters noch verstehen. Aber dass so viele Deutsche offenbar stolz sind, wenn die deutsche Kultur untergeht, kann ich nur noch als übergroßen Selbsthass einstufen, welcher auf das ganze Volk projeziert wird. Das Ganze befindet sich aber im Trend der Zeit, in welcher die nationalen, individuellen Häuser abgerissen und in einem unpersönlichen Hochhaus namens Europa aufgehen sollen. Unsere nationale Handlungsfähigkeit wird immer mehr an eine Bürokratie in Brüssel abgegeben, wo Ausländer über deutsche Belange entscheiden. Und die Globalisierung mit der US-amerikanischen Subkultur und dem Ausbeutungssystem der jüdisch-angelsächsischen Finanzmafia tut ein Übriges.
Mittwoch, der 1. September 2010 um 23:26
Heute bei Hart aber Fair konnte er eine richtig leid tun.
Einer meiner Lieblingsfeinde, Moralapostel und selbstnichtsauberer Chefpolemiker Mr. Friedmann, hat sich wieder von seiner “besten” Seite gezeigt.
Egal, was Sarazzin sagt, jeder hat das Recht darauf, dass die Runde mindestens versucht, das zu verstehen, was man sagen will…. und das spreche ich Michel Friedman ab.
Cheerio/Stefan Picard
Samstag, der 4. September 2010 um 02:00
Erst war es der Jude, dann der Russe, jetzt der Araber oder Türke. Deutschen Interessenvertretern wird es immer gelingen, einen Sündenbock zum Schüren von Bedrohungsängsten zu finden. Von daher, wäre der Schaden für den Planeten wohl marginal, wenn der Deutsche ausstirbt. Und Herrn Sarazzin als intelligent zu bezeichnen finde ich ganz schön dumm.
Gerhard Schreiber
Samstag, der 4. September 2010 um 09:53
Herr Sarazzin ist ganz bestimmt nicht dumm, sonst wäre er nämlich nicht im Vorstand der Deutschen Bundesbank.
Er hat halt ausgesprochen, was er denkt ( was viele im geheimen denken) , sehr geradezu, sehr überzogen, sehr undiplomatisch, eben provokativ… Das tat natürlich seiner Funktion, die er inne hat, nicht gerade gut. Ich finde es auf eine Art sehr mutig von ihm, dass er sich so offen zu wirklich brisanten Themen geäussert hat und sich der Öffentlichkeit , den Medien, Fernsehplattformen etc. bereitwillig zu Frage und Antwort stellt. Ich möchte ihm nämlich nicht wirklich unlauteres, ich meine ausländerfeinliches Denken unterstellen. Das hat er für meine Begriffe nicht. Er hat nur den Fehler begangen, seine Worte nicht ausreichend und angepasst zu wählen…
Kirsten Wodniok
Sonntag, der 5. September 2010 um 11:18
Herr Schreiber sollte vielleicht mal die Fakten lesen, die Herr Sarazin beschreibt. Auf Web.de findet sich eine gute Gegenüberstellung zwischen Sarazzins Aussagen und den tatsächlichen Fakten: http://magazine.web.de/de/themen/nachrichten/deutschland/11090044-Sarrazins-Thesen-und-die-Fakten,page=0.html
Sarazzin hat Recht. Ich wüßte auch nicht, wessen Interessenvertreter Sarazzin sein sollte. Außer des deutschen Volkes vielleicht. Herr Schreiber hat für mich die jüdisch-angelsächsische Propaganda vom bösen Deutschen offenbar komplett unreflektiert adaptiert. Das, gepaart mit völliger Unkenntnis dessen, was wirklich im Laufe der Geschichte der letzten 100 Jahre geschah, da freuen sich die USrael-Knechte…
Mittwoch, der 8. September 2010 um 03:27
Ich kenne sehr wohl die Gegenüberstellung der Thesen und Fakten auf web.de und sie bestätigen nur meine Ansicht des Themas. Beruhigend finde ich, dass offensichtlich die demokratische Mehrheit des deutschen Volkes sich nicht mehr so leicht ins Bockshorn jagen lässt und nährt die Hoffnung, dass alle Bevölkerungsgruppen in Deutschland, einschließlich der Deutschen, die Chance zum Überleben haben. Woraus Herr Richter Kenntnisse über meine Geschichtskenntnisse hat ist mir rätselhaft, ich habe jedenfalls die Geschichte der letzten 50 Jahre sehr bewusst wahrgenommen und die letzten 35 Jahre in der Basisarbeit mitgestaltet, aber mit Sicherheit nicht auf der Seite der von Herrn Richter bezeichneten USA-Israel Knechte.
Gerhard Schreiber